Von Kakerlaken, Transformern und dem Recht auf Funk

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Wir alle kennen diese Momente des Alltags, in denen wir scheinbar ausweglos im Schlamassel sitzen und nur noch an der Welt und uns selbst verzweifeln. Doch dann – auf dem Tiefpunkt – drehen sich diese negativen Erlebnisse plötzlich auf wunderbare Weise ins Positive – und zwar durch die Kraft der Musik, genauer gesagt durch den “Funk”. Diese simple Botschaft wollte ich umsetzten beim neuen Musikvideo ”Dein Recht auf Funk” der Münchner Funkband “Stabil”.

Doch die Umsetzung war alles andere als simpel. Über ein Jahr – mit vielen Stunden “nach Feierabend” – benötigte ich dazu, einen Lautsprechertransformer und eine Kakerlakenband zum Leben zu erwecken. Außerdem gibt es viele Motive, die komplett im Computer entstanden sind. So z.B. die Hotelrezeption, das Hotelzimmer, die Gepäckausgabe am Flughafen und das Flugzeuginterieur.

Seit einer Woche ist “Dein Recht auf Funk” auf YouTube zu sehen und ich möchte mich bei allen Mitwirkenden und auch bei meiner Familie, die so viel auf mich verzichten musste, ganz herzlich bedanken.

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Ausflug ins Grüne

FWU Preisstabilität - Greenscreen-Studio Screencraft, MünchenFWU Preisstabilität - Vincent und Marie in SienaFWU Preisstabilität - Vincent und Marie im Geldregen

Alles dreht sich in dem FWU-Lehrfilm Preisstabilität ums Geld. Für mich war es etwas Besonderes, dass ich sowohl als Kameramann als auch als Digital Artist diesen Film mitgestalten konnte . Der Auftraggeber war kein geringerer als die Deutsche Bundesbank. So war es eine große Freude, dass Regisseurin und Filmemacherin Monika Latzel, mit der ich schon an vielen Filmprojekten zusammen gearbeitet habe, den Zuschlag für dieses Projekt bekam. Sie entwickelte gemeinsam mit ihrem Co-Autor und Cutter Wolfgang Grimmeisen das Konzept für den Film, der Schüler der Oberstufe als Zielgruppe hat. Durch die Förderung der Deutschen Bundesbank bietet das FWU nun den kompletten Film hier kostenlos zum Download an.

Erzählt wird die Geschichte von Marie und Vincent, deren alltägliche Lebenswelt von Geld, Preisstabilität, aber auch von geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems unmittelbar beeinflusst wird. Die beiden schlüpfen in einer virtuellen und theaterhaften Parallelwelt in verschiedene Rollen, so dass auf unterhaltsame Weise die Geschichte des Geldes, die Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage, Inflation und Deflation und die Instrumente der Europäischen Geldpolitik erklärt werden.

Für die Umsetzung der virtuellen Erzählebene entschieden wir uns dazu, sämtliche Szenen in einem Greenscreen-Studio zu drehen um später aufwändigere Kulissenteile und Umgebungen digital zu ergänzen. So wurde z.B. eine afrikanische Holzhütte, die bei einem Tauschgeschäft im Hintergrund zu sehen ist, im Computer gebaut und eingefügt. Das Palazzo Salimbeni in Siena klappt wie eine Theaterkulisse hinter Vincent und Marie auf. Um die Entstehung von Preisen durch Angebot und Nachfrage zu erklären, stehen Vincent und Marie auf einer übergroßen Europakarte und Stapel von Orangenkisten wechseln wie von Geisterhand den Besitzer. Auch hier wurden die Orangenkisten virtuell gebaut und zur Rutschpartie animiert.

FWU Preisstabilität - Digitale HütteFWU Preisstabilität - CG-OrangenkisteFWU Preisstabilität - Szene Orangenbauer

Die nahtlose Einbettung der virtuellen Objekte in die “Studio-Realität” wurde ermöglicht, in dem die computergenerierten Objekte dem gleichen Licht ausgesetzt wurden wie im Studio. Durch die Anfertigung eines sogenannten “High-Dynamic-Range-Kugelpanoramas” des Studios ließen sich die 3D-Objekte also identisch beleuchten – als ob sie tatsächlich im Studio gestanden hätten.

In folgendem Making-Of können Sie die “Vorher-Nachher-Effekte” des Greenscreen-Prozesses mit den digitalen Ergänzungen sehen:

Making Of Preisstabilitätl

Air Force One ist on air!

Air Force One im FlugAir Force One GrundrissAir Force One nachts

“Inside In” ist ein Programmformat bei Galileo/ProSieben, bei dem Orte dieser Welt vorgestellt werden, die für “Normalsterbliche” unzugänglich sind. Am 11. April 2014 strahlte ProSieben die Folge “Inside In Air Force One” aus. Dabei konnte der Zuschauer einen “virtuellen Blick” in das wohl sicherste Flugzeug der Welt werfen.

Im Auftrag von Daniel Hantschel von episode eleven productions und unter der Federführung von Autorin Stefanie Gotsis erstellte ich für den Beitrag über 4 Minuten komplett computergenerierte Szenen.

So erhielt der Zuschauer einen Einblick in die Präsidentensuite, das Präsidentenbüro, die Konferenzräume, das “Medical Room”, das “Communication Center” und die Presseabteile. Es wurde außerdem über zusätzliche Tanks im Flugzeugrumpf spekuliert und die Abwehr eines Raketenangriffs simuliert.

Ziel bei der Visualisierung war es immer, so fotorealistisch wie möglich zu sein, den üblichen TV-Grafilk-Look zu vermeiden und trotzdem innerhalb 5 Wochen Produktionszeit mit dem Rendering fertig zu sein.

Zum Einsatz kam die 3D-Software Maxon Cinema 4D und der Renderer VrayforC4D. Das Modell der Air Force One stammt von Video Copilot und mit dem Plugin DEM Earth von Paul Everett konnte ich für einige Flugszenen realistische Landschaftsmodelle erzeugen.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sie sich auf YouTube oder prosieben.de ansehen.

Air Force One RaketenabwehrAir Force One Communication CenterAir Force One Treibstofftanks

Dreh mit Wolke

Dreharbeiten "Alles Klara" - der Quedlinburger Dom im FocusDreharbeiten "Alles Klara" - Regisseur Andi Niessner am DollyDreharbeiten "Alles Klara" - Kameraassistent Tobi Velten unter dem Euro-Rettungsschirm

Dreharbeiten "Alles Klara" - Adlerfeder über Blankenburg

Dreharbeiten "Alles Klara" - bei Bernd alles easy mit dem Easy-Rig

 

 

 

 

Ab 9.Januar 2014 sind in der ARD um 18.50 Uhr (immer Donnerstags) fünf neue Folgen “Heiter bis tödlich – Alles Klara” mit Wolke Hegenbarth und Felix Eitner in den Hauptrollen zu sehen. Die Krimiserie, die in und um Quedlinburg herum spielt, wurde im Sommer letzten Jahres unter der Regie von Andi Niessner im Ostharz gedreht.

Bernd Neubauer war der lichtsetzende Kameramann und ich hatte – wie schon im Vorjahr – das Vergnügen, die 2nd-Unit-Kamera zusammen mit meinem Assistenten Tobi Velten zu führen. Hier ein paar iPhone-Fotos vom Set.

Dreharbeiten "Alles Klara" - Höhlenwohnungen in LangensteinDreharbeiten "Alles Klara" - Sonnenaufgang über QuedlinburgDreharbeiten "Alles Klara" - Kamera-Rig von Anthony  McGinty

Speed Date mit Lilian Schiffer

Lilian Schiffer in Vater-Tochter-SzeneIm Herbst 2012 hat mich Andi Niessner gebeten, ihm bei einem “kleinen” Filmdreh zu helfen.  Eine Bekannte von ihm brauche ein Showreel für ihre Schauspielagentur und wir würden dafür zwei kleine Szenen drehen. So lernte ich die Schauspielerin Lilian Schiffer kennen, die gerade ihre Schauspielausbildung an der renommierten East 15 Acting School an der University of Essex erfolgreich abgeschlossen hatte.

Lilian Schiffer in Speed-Dating-Szene

Lilly selbst schrieb das Drehbuch für die beiden Szenen. Die erste handelt von einerTochter, die ihrem “abtrünnigen” Vater nach vielen Jahren der Funkstille zum ersten Mal wieder begegnet. Die zweite Szene lässt uns teilhaben an einem Speed Dating, bei der ein junges “Landei” auf einen Großstadtyuppie trifft, der gerne in medias res gehen möchte. Eine Bekannte  - so erzählt Lilly – habe diese Geschichte auf ähnliche Weise persönlich erlebt.

Gedreht wurde in der Wohnung des Regisseurs und im nahegelegenen Park. Mit kleinstmöglichem Team drehten wir die beiden Szenen mit meiner Canon 600 D innerhalb weniger Stunden. Doch trotz der “Guerilla-Dreh-Methode” sind, wie ich finde, zwei schöne Szenen entstanden, die es wert sind, hier gezeigt zu werden.

Vater-Tochter-Szene:

Vater_und_Tochter_042 Speed-Dating-Szene:

Speeddating_032Darsteller: Lilian Schiffer, Andi Niessner, Axel Röhrle
Regie: Andi Niessner
Drehbuch: Lilian Schiffer
Ton & Kameraassistenz: Vincent Zettl
Kamera & Schnitt: Markus Krämer

 Wer Lilly live erleben möchte, der kann sie zur Zeit in dem Theaterstück In the Beginning was the End am Somerset House in London unter der Regie von Tristan Sharps in einer dreamthinkspeak production sehen.

Showreel Bildgestaltung 2012

Das Showreel 2012 - Bildgestaltung zeigt ein Potpourri meiner Arbeiten als Kameramann und Bildgestalter – vor allem im szenischen Bereich Spielfilm, Kurzfilm, Dokudrama und Videoclip.
Was die Auswahl der Bilder in dem zweiminütigen Demoreel angeht, so stelle ich fest, daß es für mich einfach nichts Spannenderes zu fotografieren gibt, als das menschliche Gesicht…

Hier geht`s zum Showreel.

Musikvideo “Kein Bock” auf YouTube

“Ich hab kein Bock, früh aufzustehen,…” – so schallt es mit rockig, bluesigen Klängen aus dem Radiowecker und es ist nicht ganz klar, ob die Musik der Auslöser, oder der Auflöser der morgendlichen Alltagsfrustration ist.

Das war die Grundidee für das erste Musikvideo der Münchner Funkband Stabil, und Frontmann Christian Stefan bat mich, dieses Vorhaben unter Lowbudget-Bedingungen zusammen mit der Band umzusetzen.

Die Kollegen von Südkino und ein Freund stellten uns netterweise eine Canon 5D Mark II zur Verfügung und wir konnten das Video in zwei Tagen drehen.

Da wir ein vollbesetztes Livekonzert darstellen wollten, jedoch an dem Drehtag kein Publikum zur Verfügung hatten, füllte ich mit Hilfe der Computertechnik den Zuschauerraum – mit Klonen der einzeln aufgenommenen Bandmitglieder. Der Bankschalter und die Autos im Schlosshof kommen ebenfalls aus dem Rechner, so wie der Radiowecker, der am Ende an der Wand zerschellt.

Auch wenn der Songtext es nicht vermuten lässt, hatten wir “sehr viel Bock” beim Machen des Videos!

Der Clip ist seit Januar 2012 auf YouTube zu sehen.

krämerfilm ist online!

Endlich ist es soweit! Das Tor zum World Wide Web ist offen! Meine Webseite erblickt das Licht der Online-Welt… und wird hoffentlich ausgiebig mit Blicken beworfen! Ich freue mich sehr über jede E-Mail!

Euer Markus Krämer